Ein Adipositas-Zentrum ist eine spezialisierte medizinische Einrichtung (oft an ein Krankenhaus angegliedert), die sich ausschließlich auf die Behandlung von starkem Übergewicht (Adipositas) konzentriert.
Das Besondere daran ist der multidisziplinäre Ansatz: Anstatt nur zu einem Hausarzt zu gehen, wirst du dort von einem ganzen Team aus verschiedenen Fachrichtungen gleichzeitig betreut.
1. Das Experten-Team (Alles unter einem Dach)
In einem Zentrum arbeiten verschiedene Fachleute eng zusammen:
- Mediziner: Fachärzte für Innere Medizin, Endokrinologie (Hormone) oder Chirurgie.
- Ernährungsberater: Erstellen individuelle Ernährungspläne.
- Psychologen: Helfen dabei, das Essverhalten zu verstehen und mentale Hürden zu überwinden.
- Sporttherapeuten: Entwickeln Bewegungsprogramme, die die Gelenke schonen.
2. Die zwei Behandlungswege
Ein Adipositas-Zentrum bietet meist zwei Schienen an:
- Konservative Therapie (MMK): Das sogenannte „Multimodale Konzept“. Über meist 6 Monate wird versucht, durch die Kombination aus Ernährung, Bewegung und Verhaltenstherapie das Gewicht zu reduzieren.
- Chirurgische Therapie (Bariatrie): Wenn die konservativen Methoden nicht ausreichen, werden dort Operationen wie Schlauchmagen oder Magenbypass durchgeführt.
3. Begleitung und Nachsorge
Ein gutes Zentrum lässt die Patienten nach einer Operation oder Therapie nicht allein. Es gibt eine langfristige Nachsorge, um sicherzustellen, dass das Gewicht gehalten wird und keine Mangelerscheinungen auftreten. Oft arbeiten diese Zentren auch eng mit Selbsthilfegruppen zusammen.
4. Zertifizierung
Es gibt in Deutschland zertifizierte Zentren (z. B. durch die DGAV – Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie). Diese müssen bestimmte Qualitätsstandards erfüllen und eine hohe Anzahl an erfolgreichen Behandlungen nachweisen.
Kurz gesagt: Ein Adipositas-Zentrum ist eine Anlaufstelle, die Adipositas als komplexe Erkrankung versteht und dir einen maßgeschneiderten Therapieplan bietet, anstatt nur „weniger essen“ zu raten.